Für dich, die du dich klein fühlst
Ich sehe dich.

Hier teile ich mit euch alles, was Mut macht. Neben Neuigkeiten zu „Diamanten in der Finsternis“ findet ihr hier persönliche Impulse, Geschichten aus dem Leben und kleine Kraftquellen für den Alltag. Lasst uns gemeinsam hinschauen, wachsen und die Stärke in uns entdecken. Schön, dass du Teil dieser Reise bist.
Ich sehe dich.
Manchmal reicht ein flüchtiger Blick oder eine kurze Begegnung, und das Urteil steht fest. „Sie ist so schwierig“, heißt es dann. Oder: „Sie wirkt so überheblich.“
Es fängt selten laut an. Meistens beginnt es in Momenten, die man fast übersehen könnte. Kleine Stiche. Kleine Irritationen. Kleine Zweifel, die man wegschiebt, weil man glauben will, dass alles gut ist.
In meinem letzten Beitrag habe ich beschrieben, was die Scham, ein Opfer zu sein, aus mir machte. Mit genau diesem Gefühl wurde ich indirekt zur Komplizin meines Peinigers. Ich schwieg – viele Jahre – aus Scham und aus dem tiefen Glauben heraus, die Kraft für einen Ausbruch nicht in mir zu haben. Damit nährte ich die narzisstischen Gelüste meines Partners. Im Grunde stellte ich mich ihm zur Verfügung, ohne es zu merken.
Es passiert meist in den eigenen vier Wänden. In ihrem Umfeld wirken diese Paare größtenteils gefestigt und harmonisch. Manche blicken sogar neidvoll auf sie, weil sie glauben, wir hätten das erreicht, wovon viele träumen: Die perfekte Beziehung.
In der Literatur lesen wir oft von einer Leidenschaft, in der Liebende beinahe ertrinken. Der Orgasmus wird als das höchste aller Gefühle inszeniert, als eine feuerwerksartige Explosion, die alles andere verblassen lässt. Wir kennen diese Sätze aus unzähligen Romanen – sie sind ausgeschmückt, laut und oft meilenweit von der Realität entfernt.